Kolumne September 2022

Wie heizen in der Kita Am Naturfreibad? Eine Pelletheizung soll die neue Kita Am Naturfreibad heizen. So steht es im Raumbuch, das dem Gemeinderat im Sommer 2021 vorgelegt wurde. Das war vor dem Ukrainekrieg und der aktuellen Energiekrise. In der jetzt vorgelegten Drucksache steht: „Für das Neubauprojekt Kita am Naturfreibad wurde im Zuge der Projektentwicklung ein wirtschaftlicher Variantenvergleich aufgestellt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf Klimaschutz im Einklang mit einer wirtschaftlichen Wärmeerzeugung gelegt. Im Variantenvergleich wurde eine Wärmebereitstellung aus einer Pelletheizung als ökonomisch und ökologisch zielführende Lösung erarbeitet." Diese Erläuterung sowie der trotz Nachfrage nicht vorgelegte Variantenvergleich waren der Anlass, hier nachzuhaken...

Wie heizen in der Kita Am Naturfreibad?

Eine Pelletheizung soll die neue Kita Am Naturfreibad heizen. So steht es im Raumbuch, das dem Gemeinderat im Sommer 2021 vorgelegt wurde. Das war vor dem Ukrainekrieg und der aktuellen Energiekrise.

In der jetzt vorgelegten Drucksache steht: „Für das Neubauprojekt Kita am Naturfreibad wurde im Zuge der Projektentwicklung ein wirtschaftlicher Variantenvergleich aufgestellt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf Klimaschutz im Einklang mit einer wirtschaftlichen Wärmeerzeugung gelegt. Im Variantenvergleich wurde eine Wärmebereitstellung aus einer Pelletheizung als ökonomisch und ökologisch zielführende Lösung erarbeitet."
Diese Erläuterung sowie der trotz Nachfrage nicht vorgelegte Variantenvergleich waren der Anlass, hier nachzuhaken.

Denn nach den derzeitigen Turbulenzen am Energiemarkt ist die aktuell vorgeschlagene Variante die denkbar schlechteste. Sie ist unwirtschaftlich, da sowohl die Betriebs- wie auch die Investionskosten (180.000 €) vergleichsweise hoch sind. Die kWh Wärme mit Pellets kostet ähnlich viel wie die mit Öl und Gas erzeugte, da die Pelletpreise den Öl- und Gaspreisen folgen.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Nachfrage nach Pellets in den letzten Monaten durch die vielen neu installierten Pelletheizungen deutlich angestiegen ist. Das Angebot ist allerdings endlich, wenn wir keinen Raubbau in unseren Wäldern weltweit hinnehmen wollen.
Das entscheidende Argument ist aber, dass in einem Neubau (KfW 40 Standard) nur mit geringen Vorlauftemperaturen geheizt werden muss. Und die kann ich viel wirtschaftlicher mit einer Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugen, die es nach dem Landesgesetz und unserem Klimafahrplan geben muss.

Wenn wir weg von den fossilen Energieträgern Öl und Gas wollen, müssen wir die Biomasse (z.B. Pellets) gezielt dann als Energieträger wählen, wenn wir hohe Vorlauftemperaturen zum Heizen brauchen: im Altbau, der nur schlecht gedämmt werden kann. Im Niedertemperaturbereich ist die Wärmepumpe in Kombination mit PV-Strom vom eigenen Dach unschlagbar – wirtschaftlich wie auch aus Klimaschutzgründen. In der Schule in Affstätt wird dieser Weg beschritten. Bei der Kita Am Naturfreibad setzt die Stadtverwaltung beim Heizen auf´s falsche Pferd – auf Kosten der Bürger:innen. In diesen Zeiten sehenden Auges den falschen Weg zu wählen – da kann ich als gewählte Vertreterin der Bürgerschaft nicht mitgehen. Und ja, es ist anstrengend uns in diesen Zeiten immer wieder neu auszurichten – es führt aber kein Weg daran vorbei und vor allem ist es dafür nicht zu spät.

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Gemeinderat Klima & Energie Kolumnen

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