Dezember-Kolumne: Kleinkindbetreuung – ein positiver Luxus

20.12.10 –

Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu, steht bevor. Ein guter Anlass, in unserer letzten Kolumne des Jahres die Betreuungssituation von Kleinkindern hier bei uns zu betrachten.

Ab 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz.

Momentan gibt es in Herrenberg 1159 Kindergartenplätze von denen nur 50 Ganztagesplätze sind. Insbesondere Kleinkindplätze müssen geschaffen werden. Bei 25 bestehenden städtischen Einrichtungen, die, bis auf die Schmetterlinge, den kompletten Bedarf an Betreuungsplätzen abdecken sollen, wird das ein finanzieller Kraftakt werden. Aber zum Glück wird kein Kind in einem Stall untergebracht werden müssen, denn Herrenberg hat beschlossen, bis 2013 4,7 Millionen Euro zu investieren, um bestehende Einrichtungen um und neu zu bauen .

Die Entwicklung geht eindeutig zu mehr Ganztagesplätzen, wodurch wir mit einem riesigen Personalproblem konfrontiert werden. Bis 2013 gibt es einen Bedarf von 31 Stellen für jährlich 1,6 Millionen Euro! Woher soll das Personal kommen? Der Markt an Erzieherinnen ist leer (kein Wunder bei der unangemessenen Bezahlung). Außerdem ist wichtig, nicht nur die Zahl der Betreuungsmöglichkeiten im Blick zu haben, sondern auch die Qualität und Bedarfsgerechtigkeit. Dies wird in Herrenberg durch das INFANS-Konzept gewährleistet, das allerdings einen höheren Betreuungsschlüssel voraussetzt.

Um diese Herausforderung zu meistern, und auch den 63% berufstätigen Müttern in Baden-Württemberg tragfähige Modelle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf    zu ermöglichen, gilt es umzudenken und neue Wege zu gehen. Wir müssen als Stadt massiver darauf hinarbeiten, dass mehr betriebliche und private Kindertagesstätten (wie die „Schmetterlinge“) entstehen. Das bedingt eine gezielte, professionelle Begleitung der künftigen Träger und ist eine im Interesse der Kommune liegende Aufgabe, denn jeder nicht-kommunale Betreuungsplatz schont die städtische Kasse. Derzeit plant die Verwaltung bis 2013 lediglich 10 neue private U3 Betreuungsplätze im Waldorfkindergarten ein – das reicht nicht. Es muss aber noch weiter oben angesetzt werden: Wenn Städte- und Gemeindetag es nicht schaffen, Ministerpräsident Mappus zu mehr finanziellen Zuwendungen zur Kleinkindbetreuung zu bewegen und zwar jetzt  vor der Landtagswahl, wird nicht einmal das Minimalziel von 30% Kleinkinderbetreuungsplätzen bis 2013 erreicht werden können. Dies ist dann kaum den Kommunen anzukreiden.

Den positiven Luxus (fast) ausschließlich kommunal getragener Betreuungsplätze können wir zukünftig nicht mehr alleine tragen.

 

Marion Würde

Kategorie

Frühkindliche Bildung | Gemeinderat | Kolumnen | Kommunales

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