Wärmeplan Herrenberg

Stellungnahme der Gemeinderatsfraktion

27.11.23 –

Die kommunale Wärmeplanung soll uns Bürgern aufzeigen, wie wir unsere eigenen vier Wände langfristig kosteneffizient und klimaneutral beheizen können.

Es wurden zwei Szenarien berechnet: "KLIM I" mit dem Schwerpunkt auf der Verbrennung von "Grünen Gasen" und "KLIM II" mit der Fokussierung auf Wärmepumpentechnik. In den Modellrechnungen bestehen die „Grünen Gase“ zu 90% aus Wasserstoff und zu 10% aus Biomethan. Der Gesamtbedarf an "Grünen Gasen" im Wärmenetz beträgt für beide Szenarien 22 GWh.

Bei der Auswahl der Szenarien wird „Wirtschaftlichkeit“ als das Entscheidungskriterium für den Heizungsersatz genannt. Hieran orientieren sich die „Akteure im Wärmesektor“. Aus Sicht der Stadtwerke Herrenberg (SWH) ist das Szenario "Verbrennung von grünen Gasen" (KLIM I) zu favorisieren: In 42 Prozent der zu beheizenden Gebäude werden jährlich 101 GWh „Grüne Gase“ in Einzelheizungen verbrannt. Über das bestehende Erdgasnetz der SWH sollen die "Grünen Gase" verteilt werden. Wird unter "Akteuren" jedoch auch der Bürger verstanden, so ergibt sich nach dem derzeitigen Stand der Untersuchungen ein
anderes Ergebnis. In absehbarer Zeit ist das Heizen mit einer Wärmepumpe - mit nur wenigen Ausnahmen - wirtschaftlicher als mit einem Wasserstoffheizkessel.

Die Stellungnahme zeigt auf, dass die SWH auf in absehbarer Zeit für den Wärmesektor nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehende „Grüne Gase“ setzen. Die Strategie der SWH steht im krassen Widerspruch zu den Wasserstoff-Strategien von Bund und Land: "Grüne Gase" sind ein rares Gut und gleichzeitig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Sie sind für systemrelevante Gaskraftwerke und industrielle Prozesse in der Stahl- und Chemieindustrie unverzichtbar, um eine inländische und klimaneutrale Wertschöpfung sicherzustellen. Das Verbrennen von „Grünen Gasen“ für Niedertemperaturanwendungen wie das Heizen von Gebäuden ist eine Verschwendung von Ressourcen. Im Vergleich zum Einsatz von Wärmepumpen wird real etwa fünfmal so viel Strom für die Wärmebereitstellung aufzubringen sein.

Es wird aufgezeigt, dass mit ca. einem Zehntel des Windstrompotentials auf der Herrenberger Gemarkung theoretisch der Wärmebedarf der nicht an die Wärmenetze angebundenen Gebäude gedeckt werden könnte, wenn die Wärmepumpentechnologie - wie im KLIM-II-Szenario angenommen - zum Einsatz käme. „Grüne Gase“ spielen im KLIM II außerhalb der Wärmenetze keine Rolle.

Der vorgelegte Wärmeplan der SWH investiert in eine Illusion, die uns teuer zu stehen kommen wird. Denn er hat eben nicht die erforderliche Aussagekraft, um perspektivisch richtig handeln zu können.

Das im Wärmeplan der SWH gewählte Szenario KLIM I ist deshalb weder eine geeignete noch angemessene Strategie, um die notwendige Wärmewende erfolgreich zu bewältigen.

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