Kolumne April 2014

25.04.14 –

Die Pläne des Gemeinderates zur Entwicklung der Herrenberger Innenstadt stehen vor einer besonderen Herausforderung. Die sehr gelungen Pläne zum Ausbau des Schickplatzes und des Seeländer Areals werden den Stadtkern aufwerten, Kunden anlocken und wieder den Einzelhandel stärken. Dass die aktuelle Verkehrslage diesen Plänen in erheblichem Maß entgegenstehen ist offensichtlich und erfordert eine grundsätzliche Neuausrichtung des Verkehrs in der Innenstadt. Eine der Varianten, die zurzeit im Auftrag des Gemeinderates geprüft wird, ist die Südumfahrung, um den Herrenberger Durchgangsverkehr von der Horber Straße auf die Nordumfahrung zu lenken. Diese Variante kann das Problem nicht lösen und ist aus ökologischer Sicht abzulehnen. Die beauftragten Gutachter haben in einer umfangreichen Verkehrszählung berechnet, dass täglich lediglich 4000 Fahrzeuge Herrenberg über die Horber Straße als Durchgangsverkehr anfahren, die restlichen 11.100 (74%) Fahrzeuge, die auf diesem Weg am Schickplatz ankommen, haben entweder ein Ziel in der Innenstadt oder kommen aus den anliegenden Wohngebieten. Es ist sofort ersichtlich, dass eine Südumfahrung nicht sehr sinnvoll ist, sondern eine innerstädtische Lösung notwendig wird, da der Verkehr hausgemacht ist. Gerade vor diesem Hintergrund erscheint es besonders fragwürdig, eine Straße im Bereich der besonders wertvollen Ammer-Quellen zu bauen und den Erholungsbereich zwischen dem Holdergraben und Haslach zu zerstören. Deutlich sinnvoller erscheint vielmehr eine andere, ebenfalls vom Stadtrat beauftragte Variante. Hierbei soll die Horber Straße durch einen kurzen Viadukt unter den Bahngleisen zwischen der Bahnhofsstraße und dem Schickplatz in die Nagolder Straße führen und den Verkehr so über die Zeppelin Straße um die Seestraße herum leiten. Erst so kann hier wirklich der geplante verkehrsberuhigte Boulevard eingerichtet werden. Laut Gutachten würde diese Variante deutlich effizienter den Schickplatz entlasten (43% weniger Verkehr als mit Südumfahrung), die geplante Flaniermeile in der Seestraße könnte bis zur Bismarckstraße erweitert werden und ein idyllisches Naherholungsgebiet im Süden müsste nicht einer Straße mit nur geringer Entlastungswirkung weichen. Gleichzeitig ist perspektivisch mit weiteren Fortschritten in der Automobilentwicklung hin zu leiseren und emissionsärmeren Motoren wie durch die Elektromobilität zu rechnen, sodass eine weitere Entlastung der Innenstadt zu erwarten ist. Zusammenfassend sollten wir uns also auf eine intelligente innerstädtische Verkehrslenkung konzentrieren anstatt eine ineffiziente Variante im Süden wählen, welche zu erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität und Artenvielfalt führen wird. Damit würde sich Herrenberg aus meiner Sicht für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik entscheiden und einen Weg der nachhaltig-lösungsorientierten Maßnahmen einschlagen.

Jonathan Eklund,

Vorsitzender des Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen und Gemeinderatskandidat

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Verkehr

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