12.10.2019

Leserbrief unserer OV-Vorsitzenden Maya Wulz zum Windkraftausbau

Der Gäuboteartikel zum Thema Windkraftausbau vom 11.10.2019 warnt im Titel vor einer "Flut an Windrädern".
Ich sage: na hoffentlich. 2018 und noch stärker 2019 gab es in Deutschland einen massiven Einbruch von Neugenehmigungen. Sehenden Auges haben diverse CDU-dominierte Bundesregierungen unsere Solarbranche an die Wand fahren lassen.
Jetzt, so warnen alle Experten, stehen wir kurz davor, dass mit der Windkraft ähnliches geschieht. Deutsches Ingenieurwesen erfindet und entwickelt zukunftsweisende Technologien, deutsche Politik lässt sie am ausgestreckten Arm verhungern und Chinesen fahren die Ernte dieses "g‘mähten Wiesles" ein.

Sieht so erfolgreiche Wirtschaftspolitik für den Standort Deutschland aus? Der als kategorischer Windkraftgegner bekannte Hans-Jörg Jung wird zitiert mit der Formulierung von der "fatalen Fehlentwicklung der überstürzten Energiewende".
Wie kann man das dazu gehörende weltweit kopierte Erfolgsmodell des Erneuerbare-Energie-Gesetzes als Fehlentwicklung bezeichnen und von "überhastet" sprechen, wenn dem Planeten der Klimanotstand droht?
Die übliche Verspargelungsdrohkulisse fehlt ebenfalls nicht in seinem Rundumschlag. Stimmt: die Landschaft ohne Windräder wäre schöner, genauso wie auch die Natur an sich ohne den Störfaktor Mensch schöner wäre. Aber lieber eine „Verspargelung“ mit Windrädern, als mit den wunderschönen Hochspannungsleitungen, die seit Jahrzehnten die Landschaft "verschönern" und über die sich seltsamerweise kein Windkraftgegner bisher aufgeregt hat.

Die ökologischen und klimapolitischen Realitäten sind nun einmal wie sie sind und erfordern energetische Zukunftsstrategien, die generationengerecht sind.

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