21.10.2019

Kolumne Oktober 2019

Maya Wulz, Ortschaftsrätin Gültstein und Vorsitzende des Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen Herrenberg und Gäu

Vor etwa einem Jahr erlebten wir die abstoßenden und bestürzenden Ausschreitungen und Übergriffe gegen Flüchtlinge in Chemnitz. Vor wenigen Tagen in Halle den versuchten Überfall auf die Synagoge und den Zweifachmord.
Der Rechtsradikalismus wird immer gewalttätiger, verbal befeuert von der immer mehr nach rechts driftenden sogenannten Alternative für Deutschland.
Dagegen muss im ganzen Land aufgestanden werden, denn „wenn die schweigende Mehrheit nicht aufhört zu schweigen, ist sie bald keine Mehrheit mehr“.

Herrenberg schweigt nicht: vor einem Jahr hat sich das Bündnis „Herrenberg bleibt bunt“ gegründet. Der Name ist dabei Programm: alle Parteien bzw. Listen (außer der CDU und der AfD), die Kirchen, unterschiedlichste Bildungs-, Kultur- und Jugendeinrichtungen - Vertreter aus allen Bereichen unserer Gesellschaft sind dabei und haben im vergangenen Jahr Präsenz im Leben der Stadt gezeigt: angefangen mit der eindrucksvolle Demo mit fast 1000 Teilnehmer*innen für eine tolerante Gesellschaft und gegen rechte Entwicklungen am 3.Oktober 2018, über die Präsenz beim Weihnachtsmarkt, die Teilnahme am Internationalen Tag gegen Rassismus im März, an der Langen Nacht der Kulturen, dem Stadtfest und als Höhepunkt: dem buntesten aller Läuferteams beim Altstadtlauf mit Frauen und Männern, Geflüchteten und "Einheimischen", Alten und Jungen.

Kürzlich haben wir am 3.Oktober in der vollbesetzten Alten Turnhalle mit bunten Musik- und Wortbeiträgen unser "Einjähriges" gefeiert und dabei auch feierlich und öffentlich unsere Grundsätze unterschrieben, die auf der neuen Homepage www.herrenberg-bleibt-bunt.de zu finden sind. Leider ist das Engagement des Bündnisses und der Gesellschaft als Ganzes weiterhin und mehr denn je nötig.

Mit den Worten des ev. Theologen und Widerstandskämpfers Martin Niemöller gesagt (gekürzt): „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. ... Als sie die Juden holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte.“

Kategorien:Kolumnen Partei
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